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Ligaturen

Was sind Ligaturen? Kleine Details mit grosser Wirkung

Ligaturen sind verbundene Buchstabenformen, die entstehen, wenn zwei Zeichen sich im normalen Schriftbild stören würden – etwa bei «fi» oder «fl». Sie verbessern den Lesefluss und lassen Texte harmonischer wirken. Ursprünglich aus dem Bleisatz kommend, gehören sie heute zu den typografischen Details vieler moderner Schriften. Man unterscheidet zwischen standardisierten, historischen und dekorativen Ligaturen. Nicht jede Schrift besitzt sie, und nicht jeder Kontext braucht sie – richtig eingesetzt verleihen sie Texten jedoch mehr Ruhe und Professionalität.

Was sind Ligaturen?

Ligaturen sind Buchstaben, die zu einer einzigen Form verbunden werden. Sie entstehen dort, wo zwei Zeichen im normalen Schriftbild zu eng aneinandergeraten würden – etwa bei «fi», «fl» oder «ff». Statt zwei getrennte Buchstaben zu setzen, ersetzt die Schrift diese Stelle durch eine zusammengeführte Form, die ruhiger wirkt und den Lesefluss verbessert.


Ein weiteres bekanntes Beispiel ist das deutsche «ß». Heute gilt es als eigener Buchstabe, entstanden ist es jedoch aus einer Ligatur.


Ligaturen gehören zu den typografischen Details, die man selten bewusst wahrnimmt. Sie wirken im Hintergrund und sorgen dafür, dass ein Text sauber, ausgewogen und professionell erscheint.


Vergleich von vier Buchstabenkombinationen in normaler Form und als Ligaturen.


Woher kommen Ligaturen?

Ligaturen haben ihren Ursprung im Bleisatz. Früher wurden Texte mit einzelnen Metallbuchstaben gesetzt, und einige Buchstabenkombinationen liessen sich physisch nicht sauber nebeneinander platzieren. Besonders Zeichen wie «f» überragten ihren Grundkörper und kollidierten schnell mit nachfolgenden Buchstaben.


Um diese Probleme zu lösen, gestalteten Schriftsetzer verbundene Formen, die zwei Buchstaben in einem Stück vereinten. Diese Ligaturen waren damals weniger ein gestalterisches Detail als vielmehr eine technische Notwendigkeit: Sie verhinderten unschöne Lücken, Reibstellen im Druck und unruhige Wortbilder.


Mit der Einführung digitaler Schriften blieb das Prinzip erhalten – nicht mehr aus mechanischen Gründen, sondern weil Ligaturen das Schriftbild harmonischer machen.



Wie verwendet man Ligaturen heute?

In digitalen Schriften sind Ligaturen kein technisches Muss mehr, sondern eine gestalterische Entscheidung. Viele moderne Fonts bringen sie als Teil ihres Designs mit – Designerinnen und Designer nutzen sie, um den Charakter einer Schrift zu betonen oder einen bestimmten Stil zu unterstützen. Gerade in hochwertigen Text- und Markenschriften sind Ligaturen ein Hinweis darauf, wie sorgfältig ein Font gestaltet wurde.


Ob eine Ligatur eingesetzt wird, entscheidet heute die Schrift selbst: Über OpenType-Funktionen stellt sie alternative Formen bereit, die je nach Software automatisch oder manuell aktiviert werden können. Dadurch entsteht nicht nur ein sauberer Satz, sondern auch ein konsistentes Erscheinungsbild, das näher an der Absicht des Schriftgestalters liegt.

Ligaturen sind damit kein zwingendes Element, sondern eine kleine typografische Entscheidung, die das Schriftbild runder und stimmiger macht.



Man bemerkt Ligaturen selten – aber sofort, wenn sie fehlen.


Standard-, historische und dekorative Ligaturen

Ligaturen lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Die bekanntesten sind die Standardligaturen wie «fi», «fl», «ff», «ffi» oder «ffl». Sie gehören zum Grundbestand vieler Schriften und werden automatisch eingesetzt, wenn die entsprechenden Kombinationen im Text vorkommen.


Daneben gibt es historische Ligaturen, die aus früheren Schriftsystemen stammen. Dazu gehören Zeichen wie «æ» oder «œ» – und auch das deutsche «ss» bzw. sein Vorgänger «ß» hat seinen Ursprung in einer solchen Verbindung. Heute werden historische Ligaturen kaum noch im Alltag verwendet, finden aber in klassischen oder bewusst traditionell gestalteten Texten weiterhin Platz.


Die dritte Gruppe sind dekorative Ligaturen. Sie entstehen nicht aus technischen Gründen, sondern aus gestalterischen Entscheidungen. Häufig findet man sie in Logos, Headlines oder Schriften, die für Branding oder Editorial Design entwickelt wurden. Sie verleihen einem Text oder einer Marke einen eigenen Charakter und können, bewusst eingesetzt, ein Gestaltungselement für sich sein.



Haben alle Schriften Ligaturen?

Nicht jede Schrift enthält Ligaturen. Ob sie vorhanden sind, hängt davon ab, wie umfangreich und sorgfältig der Font gestaltet wurde. Hochwertige Textschriften verfügen meist über ein Set an Standardligaturen, während einfache oder kostenlose Fonts oft nur die Grundzeichen enthalten.


Auch der Stil einer Schrift spielt eine Rolle. Sans-Serif-Schriften besitzen weniger kritische Stellen, weshalb Ligaturen hier seltener nötig sind. In Serifenschriften treten solche Situationen häufiger auf – entsprechend grösser ist das Angebot an Alternativformen.

Ob und welche Ligaturen eine Schrift besitzt, ist Teil ihres Designs.


Zweimal derselbe Text, oben ohne Ligaturen und unten mit aktivierten Ligaturen dargestellt.


Wann sind Ligaturen sinnvoll – und wann nicht?

Ligaturen eignen sich vor allem für Fliesstext, in dem häufig die gleichen Buchstabenkombinationen auftreten. Dort unterstützen sie ein ruhiges Schriftbild und sorgen dafür, dass Wörter gleichmässiger wirken. In Büchern, Magazinen und längeren Artikeln gehören Standardligaturen deshalb oft zum typografischen Grundsatz.


Es gibt aber Situationen, in denen Ligaturen nicht ideal sind. In technischen Texten, URLs oder Dateinamen können sie die Eindeutigkeit beeinträchtigen, weil die Zeichen nicht mehr klar voneinander zu unterscheiden sind. Auch in Logos oder Wortmarken sollte man Ligaturen nur gezielt einsetzen: entweder bewusst als Gestaltungselement – oder gar nicht, um unerwünschte Verformungen zu vermeiden.


Ob Ligaturen sinnvoll sind, hängt immer vom Kontext ab. Sie sind ein Werkzeug, das eingesetzt wird, wenn es dem Text dient – und weggelassen wird, wenn technische Genauigkeit wichtiger ist als typografische Gestaltung.





FAQ


Warum besitzen einige Schriften Ligaturen und andere nicht?

Das hängt davon ab, wie umfassend und sorgfältig ein Font gestaltet wurde. Hochwertige Schriften enthalten meist Ligaturen, während einfache oder kostenlose Fonts oft nur die Grundzeichen anbieten.


Wie erkenne ich, ob eine Schrift Ligaturen unterstützt?

Am einfachsten sieht man es, indem man typische Kombinationen wie «fi» oder «fl» testet. Zeigt die Schrift dabei eine verbundene Form, sind Ligaturen integriert.


Wann sollte man Ligaturen besser ausschalten?

In technischen Texten, URLs oder Dateinamen können Ligaturen die Eindeutigkeit beeinträchtigen. Hier sind klar getrennte Zeichen sinnvoller.


Können Ligaturen im Web fehlen, obwohl die Schrift sie besitzt?

Ja, das ist möglich. Ob sie angezeigt werden, hängt vom Browser, vom Betriebssystem und vom eingesetzten Webfont ab.


Zählen Umlaute oder Akzente ebenfalls als Ligaturen?

Nein. Umlaute wie «ä», «ö», «ü» und Akzente wie «é» oder «â» sind keine Ligaturen, sondern eigenständige Buchstabenformen. Sie entstehen nicht durch die Verbindung zweier Buchstaben, sondern durch das Ergänzen eines Zeichens.





Fazit

Ligaturen gehören zu den typografischen Details, die man selten bewusst wahrnimmt und die dennoch viel für ein stimmiges Schriftbild leisten. Sie verbinden Buchstaben nicht aus dekorativer Laune, sondern aus einem klaren gestalterischen Zweck heraus – sei es aus historischer Notwendigkeit oder aus moderner Sorgfalt. Ob eine Schrift Ligaturen besitzt und wie sie eingesetzt werden, sagt viel über ihre Qualität und ihren Charakter aus.


Am Ende sind Ligaturen kein Muss, aber ein Werkzeug, das Texte sichtbarer ruhiger und professioneller wirken lässt. Kleine Formen, die mehr ausmachen, als man denkt.

Kleine Details stärken grosse Botschaften. Wir helfen gerne.

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